Feuerwehr übt den Ernstfall auf dem Eis | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Wie verhalte ich mich, wenn ich einbreche und was können andere dabei tun?

Feuerwehr übt den Ernstfall auf dem Eis

Heutiges Ausbildungsthema: EISRETTUNG

Und Achtung auf dem Weißen See vor unserer Übungsstelle

Aber bevor wir von unserer Ausbildung berichten, richtet sich das Wort an die Bürger.

Grundsätzlich gilt: im Zweifelsfall Eisflächen nicht betreten! Punkt!

Aber weiß denn jeder, wie sich zu verhalten ist, wenn eine Person im Eis eingebrochen ist? Dass es sich hierbei um eine lebensbedrohliche Notsituation handelt, in der das "Opfer" zu unterkühlen und zu ertrinken droht, ist klar. Dennoch bestehen durchaus Überlebenschancen, wenn alle Beteiligten richtig handeln.

Beginnen wir mit dem Eingebrochenen:

1. Wenn man bemerkt, dass man einbricht, die Arme seitlich ausstrecken, um ein vollständiges Untertauchen zu verhindern.

2. Auf sich aufmerksam machen und um Hilfe rufen.

3. Ruhe bewahren (leicht gesagt, aber wichtig).

4. Selbstrettungsversuche immer in Richtung Ufer, wo man hergekommen ist.

5. Versuchen seitlich auf die Eisfläche zu klettern bzw. zu rollen, um das Gewicht möglichst breit zu verteilen.

6. Was passiert mit meinem Körper? Nach wenigen Minuten beginnt sich der Blutkreislauf zu zentralisieren, d.h. das Blut fließt aus den Extremitäten zu den lebenswichtigen Organen. Infolge dessen werden Hände, Arme, Beine usw. taub. Das bedeutet nicht, dass man gleich stirbt, also weiterhin versuchen Ruhe zu bewahren und Panik zu vermeiden. Es bestehen weiterhin Überlebenschancen.

Was sollten Ersthelfer tun?

1. Sofort Notruf (112) absetzen und keine Zeit verlieren!

2. Falls vorhanden geeignete Rettungsmittel wie z.B. langen Ast, Schal, Rettungsring, Seil o.ä. reichen.

3. Keine unüberlegten und riskanten Rettungsversuche unternehmen.

4. Abstand zur Einbruchstelle halten.

5. Eingebrochenen betreuen, Mut zureden und nicht alleine lassen.

6. Möglichst weitere Personen einbinden z.B. als Einweiser für Rettungskräfte losschicken.

Somit sind zumindest ein paar gute Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Rettung geschaffen.

Und nun zurück zu unserer heutigen Ausbildung. Begonnen wurde mit einer Theoriestunde. Hier ging es um Techniken, Taktiken, Vorgehensweisen, Ausrüstungsgegenstände, Hilfsmittel, Physiologie usw. Für die meisten von uns Auffrischung und Wiederholung. Anschließend ging es dann aufs Eis vom Weißen See, wo wir uns eine Übungsstelle schafften und verschiedene Rettungsmethoden und Handgriffe unter der Anleitung eines unserer Kameraden, welcher auch beruflich bei der Berufsfeuerwehr tatig ist, übten. Zu unserer Ausrüstung gehören übrigens auch zwei sogenannte "Ice Commander" bei denen es sich um Rettungs- und Überlebensanzüge handelt. Diese werden im Einsatzfall bereits auf der Anfahrt zur Einsatzstelle vom Angriffstrupp angelegt und schützen bis zu 12 Stunden bei 0 °C Wassertemperatur. Kostenpunkt ca. 3000€ pro Stück.

Abschließend noch ein wichtiger Warnhinweis an die Bevölkerung: zu Übungs- und Ausbildungszwecken haben wir ein Loch in die Eisdecke des Weißen See gemacht. Dieses wurde selbstverständlich mit Warnband markiert und abgesperrt. Wir bitten an dieser Stelle um Vorsicht und Verständnis.